Arbeitszeugnis-Noten 1–6: Die Schweizer Skala im Detail
In der Schweiz wird das Arbeitszeugnis nach einer Skala von 1 bis 6 codiert – analog zum Schulnotensystem. Was viele nicht wissen: Es gibt für praktisch jede Bewertungsdimension festgelegte Standardformulierungen, deren exakte Wortwahl die Note bestimmt.
Note 6 – Sehr gut
«Stets zu unserer vollsten Zufriedenheit», «ausserordentlich umfassend und fundiert», «in jeder Hinsicht vorbildlich». Note 6 wird sparsam vergeben und ist ein klares Top-Signal.
Note 5 – Gut bis sehr gut
«Stets zu unserer vollen Zufriedenheit», «umfassend und fundiert, stets überzeugend», «stets einwandfrei». Gute bis sehr gute Bewertung, in der Praxis die obere Marktnote.
Note 4 – Gut
«Zu unserer vollen Zufriedenheit», «gutes Fachwissen, gekonnt eingesetzt», «einwandfrei». Solide, aber ohne den Verstärker «stets» – die häufigste Note in Schweizer Zeugnissen.
Note 3 – Befriedigend
«Zu unserer Zufriedenheit», «solides Fachwissen», «korrekt». Klingt freundlich, ist aber bereits unterdurchschnittlich und in vielen Branchen ein No-Go für Bewerbungen.
Note 2 – Genügend
«Im Grossen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit», «Grundkenntnisse», «meist korrekt». Die Einschränkungen wie «im Grossen und Ganzen» oder «im Allgemeinen» sind hier das Schlüsselsignal.
Note 1 – Ungenügend
«Hat sich bemüht», «zeigte Verständnis für die Arbeit», «bemühte sich, das Fachwissen zu erweitern». Diese Formulierungen klingen freundlich, sind aber die Bestätigung, dass nichts oder wenig geleistet wurde.