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    Arbeitsbestätigung Vorlage Schweiz: Mustertext zum Übernehmen

    Aktualisiert am ·8 Min. Lesezeit

    Eine Arbeitsbestätigung ist schnell geschrieben – und wird trotzdem häufig falsch ausgestellt. Die typischen Fehler: Es rutscht eine Bewertung hinein, das Austrittsdatum stimmt nicht mit dem Arbeitsvertrag überein, oder es fehlt die rechtsgültige Unterschrift. Dieser Beitrag liefert einen vollständigen Mustertext für die Schweiz, erklärt jede Pflichtangabe und zeigt Varianten für Praktikum, Temporärarbeit und laufendes Arbeitsverhältnis.

    Die Pflichtangaben

    Eine Arbeitsbestätigung nach Art. 330a Abs. 2 OR beschränkt sich auf Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses. In der Schweizer Praxis hat sich daraus ein fester Satz von Angaben entwickelt, der von Personalabteilungen und Behörden erwartet wird.

    Dazu gehören: der Briefkopf des Arbeitgebers mit vollständiger Firmenbezeichnung und Adresse, der Titel «Arbeitsbestätigung», die Personalien der arbeitnehmenden Person mit Vorname, Nachname und Geburtsdatum, die genaue Funktionsbezeichnung, Eintritts- und Austrittsdatum, der Beschäftigungsgrad in Prozent sowie Ort, Datum und mindestens eine rechtsgültige Unterschrift.

    Optional zulässig ist eine sachliche Aufzählung der Hauptaufgaben. Sie muss beschreibend bleiben: «verantwortlich für die Debitorenbuchhaltung» ist zulässig, «führte die Debitorenbuchhaltung zuverlässig» ist es nicht, weil «zuverlässig» eine Bewertung darstellt.

    Mustertext: Arbeitsbestätigung nach Austritt

    «Arbeitsbestätigung — Wir bestätigen, dass Frau Anna Muster, geboren am 14. März 1991, vom 1. Februar 2022 bis zum 31. Juli 2026 in unserem Unternehmen als Sachbearbeiterin Finanzen mit einem Beschäftigungsgrad von 80 Prozent angestellt war.»

    «Zu ihrem Aufgabenbereich gehörten die Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung, die Mitarbeit beim Monats- und Jahresabschluss sowie die Bearbeitung der Mehrwertsteuerabrechnungen.»

    «Diese Bestätigung wird auf Wunsch von Frau Muster ausgestellt. — Zürich, 31. Juli 2026 — Muster AG — [Unterschrift zeichnungsberechtigte Person, Funktion]»

    Der Satz «Diese Bestätigung wird auf Wunsch von Frau Muster ausgestellt» ist nicht zwingend, aber üblich und sinnvoll: Er dokumentiert, dass die reduzierte Form dem Wahlrecht nach Art. 330a Abs. 2 OR entspricht und nicht einer Verweigerung durch den Arbeitgeber.

    Variante: laufendes Arbeitsverhältnis

    Wird die Bestätigung während der Anstellung benötigt – etwa für eine Wohnungsbewerbung, eine Kreditanfrage, ein Visum oder eine Behörde –, ändert sich die Zeitform und das Enddatum entfällt.

    «Wir bestätigen, dass Herr Marco Bianchi, geboren am 2. September 1988, seit dem 1. April 2021 in unserem Unternehmen als Projektleiter Technik mit einem Beschäftigungsgrad von 100 Prozent angestellt ist. Das Arbeitsverhältnis ist ungekündigt.»

    Der Zusatz «ungekündigt» wird von Vermietern und Banken häufig ausdrücklich verlangt. Er ist eine Tatsachenaussage und keine Bewertung, gehört also zulässigerweise in eine Arbeitsbestätigung. Angaben zum Lohn gehören dagegen nur hinein, wenn die arbeitnehmende Person das ausdrücklich wünscht.

    Variante: Praktikum und Temporäreinsatz

    Bei Praktika ist die Bezeichnung des Ausbildungscharakters wichtig, weil sie den Einsatz einordnet: «war im Rahmen eines Praktikums im Bereich Marketing tätig». Ergänzen Sie den Zeitraum genau in Tagen oder Monaten, da Praktika oft Voraussetzung für Studienplätze oder Weiterbildungen sind und die Mindestdauer nachgewiesen werden muss.

    Bei Temporärarbeit stellt der Personaldienstleister die Bestätigung aus, nicht der Einsatzbetrieb. Üblich ist die Nennung beider Parteien: «war über unsere Vermittlung im Einsatzbetrieb X als Lagerlogistiker tätig». Bei mehreren Einsätzen empfiehlt sich eine tabellarische Auflistung mit Einsatzbetrieb, Funktion und Zeitraum.

    Die fünf häufigsten Fehler

    Erstens: versteckte Bewertungen. Wörter wie «zuverlässig», «engagiert» oder «zu unserer Zufriedenheit» machen aus der Bestätigung ein unvollständiges qualifiziertes Zeugnis – und wirken dadurch schwächer als beide sauberen Varianten.

    Zweitens: falsche Daten. Eintritts- und Austrittsdatum müssen exakt dem Arbeitsvertrag beziehungsweise der Kündigung entsprechen, inklusive bezahlter Freistellung.

    Drittens: fehlende Unterschrift oder Unterzeichnung durch eine nicht zeichnungsberechtigte Person. Viertens: ein Ausstellungsdatum, das deutlich nach dem letzten Arbeitstag liegt, ohne dass es dafür einen erkennbaren Grund gibt. Fünftens: kein Briefpapier – ein Dokument ohne Firmenlogo und Adresse wird von Behörden regelmässig zurückgewiesen.

    Wenn Sie doch mehr wollen als eine Bestätigung

    Für Bewerbungen ist ein qualifiziertes Arbeitszeugnis in fast allen Fällen die stärkere Wahl, weil es Leistung und Verhalten belegt. Wenn Sie unsicher sind, welche Variante zu Ihrer Situation passt, hilft der direkte Vergleich der beiden Dokumententypen weiter.

    Wer aus Aufgaben, Funktion und gewünschter Bewertung ein vollständiges Zeugnis nach Schweizer Standard erzeugen will, kann das strukturiert tun, statt mit einem leeren Blatt zu beginnen.

    Häufig gestellte Fragen

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